Montagsgedanken: Eigentlich wollte ich einen Cache legen

Ich habe mir die ganze letzte Woche vorgenommen dieses Wochenende einen Cache zu legen. Jedoch der Blick aus dem Fenster zum samstäglichen „Frühlingswetter“ liess diesen Plan wieder schnell in der Schublade verschwinden. Der Gedanke war auf den Radar gekommen nachdem eine lokale Petlingschleuder in den letzten 3 Wochen die Gegend verseucht hatte. Das geht ja gar nicht. Ich wollte schon Amnesty International anrufen wegen menschenunwürdiger Filmdosen in der Homezone. Wie ein kleiner trotziger Junge wollte ich mit einen (hoffentlich) schönen Cache meinen persönlichen Rachefeldzug starten, quasi ein Zeichen setzen. Bei diesem Wetter geht man aber nicht mal mit einem Petling vor die Tür. Der Entschluss davon Abstand zu nehmen war also schnell getroffen.

Dafür bin ich zum Shoppen gegangen – wie ein Mädchen, aber Sachen für Männer. Whow, whow, whow. Mittendrin im Sportladen ein Anruf von meinem Kumpel aus dem Nachbarort. „Hast Du Schlagzahlen?“ war die Frage. „Ja, habe ich.“ war meine Antwort. „Ich will heute einen Cache auslegen.“ „Ok, kein Problem, bin in 1/2h Zuhause.“ Herrlich solche Zufälle. Da redet man sich die ganze Zeit ein, daß das Wetter nix zum Cacheauslegen ist und dann sowas. Irgendwie fühlte ich mich schlecht. „Schlecht“ im Sinne von Garfield an einem Montagmorgen. Es gibt ja diesen schönen Spruch: „Gott sprach zu den Steinen: „Wollt ihr Jeeper werden?“ „Nein“, sprachen die Steine, „dafür sind wir nicht hart genug!“ Trifft auf mich auch zu, aber nur ab mindestens 15° und einer Regenwahrscheinlichkeit kleiner 0.5%.

Dabei gehe ich schon seit Wochen mit dem Gedanken an einen neuen Cache schwanger. Aber irgendwie kommt immer etwas dazwischen. Das Wetter, Klettern, Jeep fahren. Oder ganz böse: Personal Life Management (aka Einkaufen, Steuererklärung) oder Facility Management (aka Rasen mähen). Gerade letzteres treibt mich gerade um. Nachdem der Schnee weggetaut ist, kommen die Sünden zu Tage: Laub vom letzten Herbst und ein etwas langer Rasen, weil das Timing des letzten Schnitts Sch… war. Überhaupt gibt es viel zu viele Dinge die einen vom Cacheauslegen abhalten können. Wenn es nur ist, dass man Caches sucht. Ach, und bloggen tut man auch noch. Eine neue Idee für eine Rubrik habe ich auch noch gehabt. Dumm auch dass ich gerade eine Woche im Urlaub war und nach Ostern wieder eine Woche weg bin zum Klettern. Und die Lampen, der Zaun, der Frühlingsputz beim Klettergeraffel, … HILFE, ich muss mir ein Zeitmanagement-Buch kaufen. Liest man zwar nicht, beruhigt aber ungemein das Gewissen.

Dabei habe ich gerade so 3-4 schöne Cache-Ideen im Kopf. 2 davon trage ich schon lange mit mir rum. Aber es ist nie etwas geworden. Man kann auch zum Verdrängungs-Weltmeister werden (aka Geocacher Block) Dabei macht es eigentlich richtig Spaß und man ist immer gespannt auf die ersten Logs. Ich jedenfalls freue mich immer wie ein kleines Kind wenn es den anderen Cachern gefällt. Jedenfalls habe ich mir jetzt fest vorgenommen die Cacheideen asap umzusetzen. „Man müsste“ sollte man sowieso aus dem Wortschatz verbannen. Ist ja auch nur Ballast für die Birne. Zudem schüttet man irgendwann noch Cortisol aus – nur vom Nichtstun und das in der Freizeit durch sein Hobby. Als per persönlichem Dekret von Martin I (eigentlich Quatsch, es gibt ja nur mich) wird Cachelegen jetzt als „dringend“ und „wichtig“ deklariert. Und mit viel Glück kollidiert es nicht mit hoheitlichen Aufgaben meiner Regierung, sonst habe ich ein gewaltiges Problem.

Also betrachte ich diese letzten Wochen und Monaten als Cacheauslegungs-Winterschlaf. Das schmuddelige Wetter, die trüben Tage und feuchtkalte Witterung – da sehnt man sich ja eigentlich nach einem Winterschlaf. Einfach die grauen Tage verschlafen und im sonnigen Frühling wieder aufwachen. Doch der menschliche Organismus lässt sich nicht ja nicht monatelang auf Sparflamme fahren. Das monatelange Abtauchen ins Nichtstun kann aber auch wie eine Verjüngungskur wirken, zumindest bei Winterschläfern wie der Spitzmaus (zumindest habe ich das mal gehört).

Ich bilde mir jetzt einfach ganz fest ein, dass ich eine Spitzmaus mit Dose bin und dann geht es los. Außerdem werden jetzt die Tage (und vor allem Abende) wieder heller. Da bietet sich auch die Gelegenheit nach der Arbeit nochmal loszutraben. Und am Wochenende ist ja auch die Uhr umgestellt worden. Kostet eine Stunde Schlaf, bringt aber für 1/2 Jahr abends mehr Licht. Fairer Deal eigentlich. Die ersten positiven Ansätze gibt es zum Glück. Am Samstag habe ich meine Cache-Idee für den Mammut Shoe Chase eingereicht.

Der Cache von meinem Kumpel Matthias wird übrigens richtig gut. Wie ein Hollywood-Film („A good story with a beginning, a middle and an end.“). Nur besser, denn man macht sich wohl richtig dreckig und klettern kann man auch noch. Das gibt es nur in wenigen Filmen. Ich muss überhaupt nicht weit fahren. Und wenn man sich dabbig anstellt, schafft man es in die Zeitung. 😉

Alles wird gut! Bis nächsten Montag.