Montagsgedanken: Geocaching „German Style“

Vor einigen Jahren stieß ich in einem Log über die Bezeichnung „German Style“ in Bezug auf die Versteckart einer Dose. Irgendwann habe ich dann herausgefunden, dass man im anglo-amerikanischen Raum damit die heiß geliebte Plastiktüte um eine Dose meint. Macht ja auch sonst keine Sau ausser bei uns in Deutschland. Woher das wohl kommt? Vermutlich hat irgendjemand das mal für eine tolle Idee gehalten und dann haben es andere nachgemacht.

Analog zu Entwicklung der versteckten Geocaches stieg so auch die Zahl der Plastiktüten-Dosen stetig an. Mittlerweile ist es wohl Tradition. Da lob ich doch den „Florida Style“: Unter Palmwedel an einer Palme. Zwar total einfach zu finden, dafür aber schon trocken und nicht so siffig. Es ist absolut sinnfrei Plastiktüten um eine wasserdichte Dose zu packen. Und nicht nur das, es ist auch eklig. Dabei riecht die Dose nach vermodderten Hausschuhen und die Plastiktüte hält den Cache auch schön feucht – auch in Hitzeperioden. Ganz abgesehen davon, dass moderne Plastiktüten mittlerweile atomschnell verrotten und biologisch abbaubar sind. Die vom Globetrotter soll man sogar essen können.

Und richtige „Traditionalisten“ packen dann direkt 3 Plastiktüten um den Cache. Siff-Alarm: Eine stubenreine Dose muss nun wirklich nicht gewickelt werden. Manche Dosen/Plastiktüten-Combos echt sind ein Fall für http://www.rotten.com/. Ansonsten macht nur um das Logbuch ein Zip-Loc Sinn. Am besten eines mit „Reissverschluss“.

Wenn man natürlich die Yoghurt-Dose als Container nimmt, macht es die Plastiktüte auch nicht besser. Ganz schmerzfreie verpacken sogar die Filmdose in einer Plastiktüte. Eine ordentliche Dose (Lock ’n‘ Lock, Munitionskiste mit Dichtring) reicht aber völlig und senkt den Ekelgrad sehr deutlich. Vor einigen Jahren wollte ich deswegen sogar einen Mord begehen. Jemand hatte einen SBA an einem meiner Caches geloggt, weil aufgrund der fehlenden Plastiktüte die Munitionskiste dreckig geworden sei. Hallo!?!

Auch das oftmals zitierte Argument der „Tarnung“ ist eigentlich Schmarrn. Jede Dose kann jede Farbe annehmen mit etwas guten Willen. Und nach dem 5. Geocacher ist die Tarnung sowieso futsch. Wenn man also möchte, dass man einen ekligen Cache mit Schnecken im Wald liegen hat, der 365 Tage im Jahr schön nass ist, dann nimmt man eine Plastiktüte. Außerdem kann man so den Cache durch den markanten Geruch auch schneller finden. Ansonsten lässt man es bleiben und nimmt eine ordentliche Dose. Dann geht es dem Cache auch bestens. Es sei denn die Sifftüte ist Teil der Muggle-Abwehrkette.

Alles wird gut! Bis nächsten Montag.