Montagsgedanken: Der Gemeine Holzbock

Der Gemeine Holzbock, umgangssprachlich Zecke aka Ixodida, trägt seinen Namen eigentlich zu Unrecht. Der Holzbock ist nämlich nicht gemein, sondern eine miese hinterlistige kleine Drecksau. Bitte seht mir diese Verbalinjurien nach, aber diesen kleinen Sau ist es u.a. zu verdanken, dass ich mit den Montagsgedanken letzte Woche aussetzen musste.

Während der letzten Jahre haben mich einige dieser hinterlistigen Mistböcke gestochen. Es heißt tatsächlich gestochen und nicht gebissen, wie ich der letzten Zeit gelernt habe. Überhaupt habe ich mein Zecken Know-How in den letzten Wochen dramatisch erweitert. Auch ein harter Winter macht diesen Dingern überhaupt nichts aus. Wenn mal ein Atomkrieg kommt, gibt es nur noch Zecken und Ratten auf der Welt. Und dann werden irgendwann die Ratten aussterben. Und ich habe überhaupt keine Ahnung warum Zecken überhaupt eine Daseinsberechtigung auf dieser Erde haben. Mir fällt jedenfalls kein schlüssiger Grund ein.

Als Geocacher ist man voll im Beuteschema einer Zecke. Ist ja leckerer als so ein schnöder haariger Hund. Und vor allem rennt man da rum wo sie am liebsten lauern. Ich kann jedem nur dringend empfehlen so einen Zeckenbiss nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. Am besten immer gut absuchen, nicht nur abends sondern direkt auch nach dem Gang durch die Wiese. Und die Klamotten nicht mehr anziehen. Waschen nützt nur teilweise, das überleben die Mistdinger sogar ab und an. Trockner hilft! Der beste Schutz ist nämlich wenn die Zecke erst gar nicht beisst. Und Montag im Büro ist es dann eigentlich zu spät. Viele von uns halten sich viel in der Natur auf und haben ein ähnliches Risiko wie ein Waldarbeiter oder Förster, da kann man nur wachsam sein.

Nach jedem Biss Antibiotika zu nehmen ist natürlich Overkill (und auch kontraproduktiv), aber das Datum notieren und nach 6-8 Wochen auf Borrelien zu testen ist ein guter Schachzug. Und bei Wanderröte direkt zum Arzt (wobei diese oft überhaupt nicht auftritt). Dann kann einem viel Ungemach erspart bleiben. Das kann sich nämlich auch erst nach Jahren einstellen wie ich gerade erleben darf. Erschwerend kommt hinzu, dass das deutsche Gesundheitswesen den Folgen eines Zeckenstiches nicht mal in Ansätzen gewachsen ist. Deswegen kann man sich aber nicht zu Hause eingraben. Also geht es wieder raus – mit wachsamen Augen und einer Vorfreude auf den Winter.

Alles wird gut! Bis zum nächsten Montag.