Montagsgedanken: Jack Wolfskin Presslinge und Co.

Eigentlich ist der Materialeinsatz für´s Geocaching recht gering. Ein GPSr und ein paar Blätter Papier. Doch schon bald merkt man, dass es damit nicht getan ist. Die kleinen Helferlein wachsen ständig an und schon braucht man eine Tasche. Irgendwann liesst man dann von CGA und eCGA? Hääähhh? Beim ersten Betrachen des Bilderthreads für die Geocaching Ausrüstung im Geoclub kommt man dann überhaupt nicht mehr aus dem Staunen heraus. Nach dem ersten Nachtcache startet dann die Lumen-Schlacht. Dumm ist auch, wenn man T5 Caches machen will. Dann kommt ein ganzer Rucksack mit Metall und Schnur dazu. Aber irgendwann hat man den Dreh raus und weiss was man mitnehmen muss/kann/will. Quasi die ständig abrufbare mentale Packliste.

Und diese Entwicklung macht auch vor der Klamotte nicht halt. Der gemeine Cacher lernt schnell die urbanen und natürlichen Gefahren kennen und wappnet sich mit der entsprechenden Ausrüstung zum Anziehen. Spästens hier teilt sich aber die Weltanschauungen. Irgendwie kommen mir meisten die folgenden Typen unter:

Military-Typ – Tarnfleck vom Kopf bis Fuss und Restbestände aus der BW-Zeit sind das Mass aller Dinge.

High-End Typ: Ganz oben auf der Liste stehen Arcteryx, Mammut, TNF. Ach ja, Haglöfs gibt es auch noch. Meisten treibt er noch andere Hobbies bei denen er gelernt hat was bei Shit-Wetter so alles mit einem passieren kann. Auch als Ausrüstungs-Fetischist bekannt.

Jeans-Typ – egal ob es regnet, schneit oder sonstiger metereologischer Unbill droht, die Jeans ist immer an. Trekking-Hosen und Funktionsjacken werden abgelehnt. Vorbild ist Al aus „Tool Time“.

Casual/Urban-Typ – Leger ins Büro oder zum Cachen – wo ist der Unterschied? Das Naturerlebnis findet auf asphaltierten Wegen statt, Schotter wird bereits als Natur empfunden.

Jack Wolfskin Presslinge – Das ist kein Ausdruck von mir, sondern habe ich einem Vorwort des Buches Wir müssen da hoch von Peter Brunnert entnommen. Von wem das Vorwort ist, weiss ich leider nicht, da ich das Buch gerade dem Don C. ausgeliehen habe. Übrigens ist das Buch jedem empfohlen, auch dem Nicht-Kletterer, allein schon wegen der Erbse-Comics. Und irgendwie habe ich dort direkt die Parallele zum Geocachen gesehen. Man drängt auch verstärkt ins alpine Segment, gleichwohl hängt JW der Makel des urban clothing an – gut für den leichten Regenschauer in der Stadt-(park). Nicht falsch verstehen. Ich habe auch Sachen von JF und liebe meinen Blizzard. Die Sachen sind i.O., manchmal etwas teuer und die Schuhe sind nicht so pralle. So für tagsüber „einfach so“ absolut ok. Aber irgendwie haben sie es geschafft sich einen Mainstream-Namen zu machen und dementsprechend oft sieht man die Sachen. Interessant ist auch wenn man nach Jack Wolfskin und Private-Equity googelt. Und für die Kataloge sollte bitte nicht immer der grauhaarige Chef Modell stehen, sondern eine sportliche blonde Frau in den Mittzwanzigern. Aber das nur am Rande.

Welcher Typ bist Du? Oder habe ich noch einen Typ vergessen?

Nach einiger Zeit neigt man aber auch schnell zu Overkill. Fast automatisch werden zum Cachen immer die schweren Trekking-Stiefel angezogen. Könnte ja haarig werden. Mit der ganz, ganz kleinen Cacheausausrüstung fühlt man sich oft schon nach 10min Unwohl. „Hätte ich nicht doch die Fenix mitnehmen sollen?“ Ach ja, besser mal die Funktionsjacke anziehen, könnte ja regnen. Woanders wagen sich die Halbschuhtouristen auf noch so schwieriges Terrain und haben dabei schon manchen Zweitausender bestiegen (wenn auch nur von der 30hm tiefer gelegenen Gondel). Jetzt fallen mir gerade die betrunkenen Russen mit Badelatschen auf den Rinnkendlsteig am Königssee ein. Der gemeine Cacher ist da ganz anders; meistens/oft/immer overdressed und overequipped um es mal plattdeutsch auszudrücken. Verkehrte Welt, aber ich bin schon froh ein Geocacher zu sein und kein Halbschuhtourist auf organisierter Busfahrt.

BTW: Ich denke ich bin der Ausrüstungs-Fetischist, der sich stundenlang im Internet nach neuen Sachen umschauen kann, viel auf den ISPO-Outdoor-Award gibt und bei Globetrotter einfach mal hinfährt zum Gucken.

Alles wird gut! Bis nächsten Montag.