Montagsgedanken: Mein Leben als Feindbild

Anscheinend haben wir uns die falschen Hobbies ausgesucht. Irgendwie sind wir immer das Feindbild par excellence für alle anderen „Menschen“.

Was ist denn genau ein Feindbild? Ein populäres online Lexikon sagt dazu:

Als Feindbild wird allgemein ein Deutungsmuster gegenüber anderen Menschen, Menschengruppen (insbesondere Minderheiten), Völkern, Staaten oder Ideologien bezeichnet, das auf der Grundlage von Zweiteilungen einer wahrgenommen Welt (Dichotomie, Dualismus) mit grundsätzlich negativen Vorstellungen, Einstellungen und Gefühlen verbunden ist. Typisch für ein Feindbild ist, dass im Anderen bzw. Fremden das Böse gesehen wird und diesem negativen Bild kontrastierend ein positives Selbstbild bzw. Freundbild gegenübergestellt wird.

Quelle: Wikipedia

Sehr treffend finde ich auch den Teil mit der selektiven Wahrnehmung:

Selektive menschliche Wahrnehmung, Meinungen von Interessengruppen und an Normen ausgerichtete Denkweisen, wie Klischees, Stereotypen und Vorurteile, würden somit aufgrund von Fixierungen auf zentrale gesellschaftliche Symbole und moralisch negativen Zuschreibungen (Attributierungen, Konnotationen) einen Nährboden für die Ausgrenzung des Fremden,

Quelle: Wikipedia

Fangen wir beim Offensichtlichen an: Jeepfahren. Hau Dir ein paar fette Schluppen auf die Karre und leg das Ding höher. Sobald Du damit um die Ecke kommst, ist für andere „Menschen“ alles klar: Das ist einer der fährt durch Wald und Feld und pflügt alles um. Und ’ne Spritschleuder ist das auch noch. Dabei ist es doch ein 4l-Auto. Dass immer in abgesperrten Geländen und Steinbrüchen gefahren wird, glauben einem die Wenigsten.

Oder Du bist ein Kletterer. Jeder Turmfalke erkennt Dich schon aus 200m Entfernung und fällt tot vom Himmel. Jedes Moos ist dem Untergang geweiht wenn man loslegt. Free NRW und die Eifel lassen grüssen! Immer wieder gut ist auf Free Konrad. Da sieht man dann schnell, wie mal der Naturschutz vorgeschoben wird und eigentlich nur eine Worthülse ist.

Geocaching: Feind aller Jäger und der Bundesvermögensverwaltung. Die Kommentare in Jagdforen sprechen für sich. Der gemeine Jagdpächter würde vermutlich am liebsten einen Zaun um sein Jagdrevier machen. Ein Kollege von mir ist Jäger. Zum Glück ein verständnisvoller Zeitgenosse. Meint immer, dass er mich stellvertretend für alle Geocacher am liebsten bei einem Wildfleischverkauf unter die Leute bringen will. Dafür haben sie jetzt seinen Hochsitz umgesägt. Natürlich waren es die Geocacher.

Aber wir sind nicht alleine: die MTB-Fahrer, Pilzsammler, Reiter, Endurofahrer, Skitourengeher haben kein besseres Schicksal. Der Naturnutzer als „Feindbild“ bei vielen „Menschen“ mit den unterschiedlichsten Interessen. Toll, dass man in der heutigen Zeit so gerne Ökologie vorschiebt, um seinen eigenen Belange durchzusetzen. Ökofaschismus als Trittbrett. Und als oberste „Regulierungsbehörde“ noch der Nabu.

Könnte es einfach mit der Bevölkerungsdichte zusammenhängen? 82 Millionen auf dem kleinen Fleck Deutschland ist schon arg viel. Künstliche Landerweiterung vor Cuxhaven und Ausbürgerung von Rentnern nach Spanien sind natürlich keine Lösung. Vielleicht hilft es wenn ein paar Potties nach Meck-Pomm zwangsumgesiedelt werden? Aber wird das bürgerliche Hetzjagden stoppen? Vermutlich nein! Ich finde es auch immer faszinierend mit welcher Energie manche „Menschen“ solche Hetzjagden starten.

Zuviele Menschen, zu wenig Toleranz, gutbürgerliche Gesinnung, Regulierungswut, Kleingeistigkeit, Besitzstandsdenken, ein Haufen schwarzer Schafe bei den „Naturnutzern“ gepaart mit dem Versuch in der Natur Erholung zu finden. Fertig ist der soziale Brennstoff auf Basis der selektiven Wahrnehmung. Aber ich habe kein Problem in dem Klischee des Feinbildes zu leben, auch wenn es mal nervt. Und ich werde auch den DAV nicht fragen, ob ich auf einen Berg laufen kann. Dafür benehme ich mich „draussen“ einfach ordentlich. Leave no trace!

Alles wird gut! Bis nächsten Montag.