Montagsgedanken: ehcacwols

ehcacwols? Ist der jetzt komplett verrückt geworden? Bzw. noch verrückter als sowieso schon? Nicht ganz. Einfach mal rückwärts lesen. Mein neues Motto: Slowcache – Entschleunigung der Dosen. Einfach mal einen Gang zurückschalten oder wie heißt es so schön in der Encyclopedia Allemannia:

Mit Entschleunigung wird ein Verhalten beschrieben, aktiv der beruflichen und privaten „Beschleunigung“ des Lebens entgegenzusteuern, d. h. wieder langsamer zu werden oder sogar zur Langsamkeit zurückzukehren. Dem Streben nach Verlangsamung liegt die Auffassung zugrunde, dass die gesellschaftliche und vor allem wirtschaftliche Entwicklung in den entwickelten Industriegesellschaften eine Eigendynamik gewonnen habe, die Hektik und sinnlose Hast in alle Lebensbereiche hineintrage und dabei jedes natürliche und insbesondere menschliche Maß ignoriere.

Schlag‘ mich, dass hört sich doch total nach Geocaching an, oder? Powercachen, Statistikcachen, T5 Massentourismus, „Kommerz“, Mainstream-Geocacher, Regionen leer cachen, Petling-Explosionen, Massenevents etc. Vor allem die rote Hervorhebung.

Am Wochenende waren wir mit Drei_und_Zwei im mittelhessischen Hinterland. Dort gibt es 20+ rausgeworfene Tradis und einen Klettercache. Da kann man jetzt eine Stresstour mit 8x Umparken daraus machen. Und sich dann über die Micros ärgern, die man in 10min Abständen abgeklappert hat und dann am Sonntag zwischen zwei „Server too busy“-Meldungen den Dosenterror noch in Logeinträge umwandeln. Oder einfach einen schönen Spaziergang mit 7 Caches über einen ganzen Nachmittag in einer schönen Gegend. Zwei Caches hatten wir schon gemacht, aber dann haben wir halt zugeguckt und beim Klettercache (auch den hatten wir schon), habe ich dann mal den Getränkehalter gemacht – eine ganz neue Erfahrung. 😉 Bei diesen zwei Caches habe ich dann sogar noch Notes gepostet und Bilder hochgeladen. Krass, oder?

Es hat zwar bisserl geregnet, aber da haben wir unter den Bäumen gestanden (damit die Hunde nicht so nass werden, hust). Wir haben noch einen gestressten Geocacher im Auto durch den Wald brezzeln sehen. Hektische Flecken auf der Fahrt von Cache 17 zu 18. Der hatte bestimmt nicht so einen schönen Nachmittag. Und zurück am Auto waren da noch zwei Caches in 400m Entfernung. Ach nee, die machen wir dann irgendwann mal, vielleicht mit dem Fahrrad? Dafür waren wir noch schön essen und haben noch etwas geschnackt. Herrlich. Die Caches waren alle nicht die Highlights des Jahres und Micros im Wald sind so nicht mein Ding. Ist nur die Frage was man daraus macht. Und was soll ich sagen: Es war ein total schöner Nachmittag. Loggen? Das kann man auch Montags nach der „Server too busy“-Meldung machen. Keine Realtime-Foundzahlen im Profil – es gibt schlimmeres! Beinahe hätte ich noch geschrieben. „Es ist doch nur ein Spiel!“ oder „Es ist doch nur ein Hobby!“ Aber diese Aussprüche sind in der grünen Hölle schon überstrapaziert worden und es meint sowieoso keiner so wirklich Ernst.

Weniger ist bekanntlich mehr. Slowcache macht einfach Spaß. Bei der ganzen Entwicklung im Geocaching mitzuhalten führt nur zu pathologischen Cortisolwerten. Freizeitstress muss nun wirklich nicht sein. Und es fühlt sich gut an. Jetzt kann ich in Ruhe überlegen was wir am 19./20. September so machen werden.

Alles wird gut! Bis nächsten Montag.