Montagsgedanken: #geocaching

Heute schon einen gezwitschert, ähhm getwittert? Nein. Schade!

Nehmen wir die Einwandbehandlung vielleicht vorweg. Einige werden jetzt sagen: „Das ist doch die gequirlte Shyce, wo jeder seine Belanglosigkeiten ins Web rausbläst – und das in 140 Zeichen.“ „Twitter ist total doof, die reden nur über letzten Gang zum Bäcker.“ Richtig! Und zwar sind das die Leute, die Twitter noch nicht verstanden haben. Die Frage ist nämlich: Was kann Twitter für Dich tun? Ich gebe zu, dass „What are you doing?“ schon ein wenig in die falsche Richtung führt. Wahrscheinlich ist der Satz „What are you doing?“ das größte Hemmnis von Twitter bei der Entwicklung zur Killer-App gewesen bzw. ist es noch.


Wer noch nie was von Twitter gehört hat (bzw. nur den Quatsch im Fernsehen gesehen hat): Twitter ist wie ein Instant Messenger auf Anabolika. Das finde ich zumindest die treffendste Umschreibung. Oder um dieser Sache einen wissenschaftlichen Touch zu geben: SMS ist 1:1 und Twitter ist 1:n.

Und was kann das jetzt für mich tun? Dazu gehört vermutlich zunächst Twitter mehr als Service zum Microblogging zu verstehen als zum „What are you doing?“ Und wenn nichts mehr hilft, dann empfehle ich den Artikel von dem Mädel, die es Ihrer Mutti erklärt hat (und die Mutti ist 85 Jahre alt). Aber auch für Twitter-Versteher eine interessante Lektüre. Das ist übrigens des Pudels Kern: Twitter ist mehr als „What are you doing?“. Twitter = „What are you doing?“ ist nur für die Nix-Versteher.

Und wie will der Jeeper jetzt mit dem Gelaber über Twitter die Biege kriegen zum Geocaching. Das schafft der doch nie? Nun, versuchen wir es mal.

Als erste hilft es den Bloggern, die ansonsten über ihr Blog nur Einzeiler, Links oder ein Photo*/Video posten. Das können sie jetzt über Twitter machen und müllen einen nicht den News Reader zu. Ok, aber dafür braucht man jetzt Twitter nicht unbedingt. Da könnte man auch einfach die Abos der Einzeiler-Blogger kündigen. Das hilft für Moenks News-Aggregator nicht, aber im Überlesen bin ich ziemlich gut. Klappt auch beim Einkaufszettel. Zumindest überlese ich immer alles wo „Kasten“ davor steht oder sonst sich irgendwie „schwer“ anhört.

Interessant waren zum Beispiel das #fisherfire oder die unsägliche Diskussion um das #Garmin #GPSFestival. #Groundspeak hat via Jeremy Irish’s Twitter Account „live“ berichtet. Und #Garmin hat sich über den Garmin Marketing Manager via Twitter am Wochenende eingeschaltet. Die „Subkultur“ Twitter ist dann über Blogs und Foren weiter verbreitet worden. Irgendwie eine Blogsphere light – noch.

Natürlich kann man auch andere aktive Twittercacher „followen“. Zum Beispiel CacheAdvance, die Problogger des Geocaching. Und selbst Darren Rowse hat schon die Top10 (US-Geocacher) auf Twitter identifziert.

Die nächste Stufe sind dann die Hashtags #geocaching, #geocache, #groundspeak. Gibt es auch als Robot. Ansonsten einfach als Suche im Client angeben. Ich benutzte übrigens Tweetdeck – sowohl für das Notebook als auch das iPhone. Letzteres kommt vor allem in Ärtze-Wartezimmer zum Einsatz. ;-( Ach ja, zum Standard-Ausrüster für milliardenteure Satellitentechnik kommt man hiermit: #garmin.

Und wer jetzt noch Zeit hat, kann sich die Geocaching Frage des Tages stellen (lassen): #GQotD – aka Geocaching Question of the day. Da entdecke ich auch Fragen, die ich mir ab und an stelle. Und spätestens hier sind wir dann (endlich) weg vom „What are you doing?“.

Für Blogger ist Twitter auch sehr interessant. Denn man kann auf Twitter schnell und einfach Dinge veröffentlichen, die man in einem einzelnen Blog nicht schreiben würde/will (ausgenommen den pathologischen Einzeiler-Bloggern). Besonders wenn es zeitkritisch ist und man schnell reagieren möchte. Eben „Micro“-blogging! Dann ist man dann wieder beim #fisherfire. Ich persönlich finde in Tweets (das sind die 140 Zeichen) immer interessante, lustige, wahnsinnige Dinge, die es lohnt sich anzuschauen oder auch darüber zu bloggen. Wie ein Wasserfall an neuen Ideen, die im Sekundentakt zum Blogger geliefert werden. Sehr hilfreich ist es auch auf Twitter per Twitterfeed auf einen neuen Blogpost aufmerksam machen zu können. Wobei mir gleichzeitig aufgefallen ist, dass mit Zunahme der Twitternutzung auch die Anzahl der Kommentare ein Stück weit sich reduziert. Das muss ich mal beobachten.

Facebook benutze ich eigentlich überhaupt nicht mehr. Ich lasse über den Twitter-Connect meine Tweets in Facebook aktualisieren und gut ist. Da macht der Twitter-Connect Sinn. Hongfengfong, ich verstehe gar nichts, sagte meine private Web 1.0 Lektorin. Meine Antwort: Macht nichts, wenn Du kein Facebook Account hast, ist es sowieso wurscht.

Schön ist auch wenn man seine Tweets im eigenen Blog anzeigen lässt. Somit ergänzen sich die Inhalte. (@Lektorin: Guckst Du unter www.jeepermtj.com ganz rechts, da steht das Zeug.). Meine Tweets sind auf englisch, so kann ich einen guten Spagat machen zwischen deutschen Blog und Themen mit angloamerikanischen „Zuhörern“. Die Twitter Updates von gefundenen Geocaches sind dann aber doch Overkill. Ich habe es in der Beta-Phase 2-3 probiert, aber dann schnell sein gelassen. Wenn ich mehr als 5 „X-Cacher found the Geocache XYZ“ Tweets pro Tag von einen anderen Cacher bekomme, würde ich sofort den Unfollow-Button drücken.

Apropos: Gute Tipps gibt es bei den Twittertips oder Twitips. Jedenfalls machen die das besser als Jack, obwohl er es eigentlich besser wissen sollte. Gut ist übrigens auch der Retweertradar, quasi was geht so ab beim Twitter. Das hat zwar mit Geocaching jetzt nichts zu tun, sind aber hilfreiche Tipps und Trends dabei.


Mit Geocaching zu tun haben allerdings die g
anzen Tweets unter #geocaching. Bisschen Multi-Kulti, aber mit einem regionalen Hashtag hat man das schnell auf die eigene Homezone begrenzt. Ich starte das jetzt mal mit #GCLDK. Sucht mal danach und vielleicht entwickelt es sich ja zum inoffiziellen Twibe. Dann können wir darüber dann vom Event an den Wilhelmsteinen** twittern (Achtung: Werbung für ein Event. Kostet aber nix, man kann einfach so kommen. Essen aber mitbringen. Umsonst ist der Tod!). Übrigens zeigt #GCLDK gut wie Twitter funktioniert.

Und: Habe ich den Bogen zum Geocaching noch gespannt bekommen 😉 oder fällt Euch noch etwas ein zum Thema Geocaching und Twitter? Über Euren Input würde ich mich sehr freuen. Oder einfach twittern als Retweet ;-).

BTW: Do you follow me?***

Ansonsten gilt: Twitter macht süchtig. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie auf dem iPhone oder fragen Sie Ihren #Therapeuten.

Alles wird gut! Bis nächsten Montag.

P.S.: Puuuh, gerade noch am Montag fertig geworden. Aber sonst hätte Annette wieder mit mir geschimpft.

P.P.S.: Wer noch skeptisch ist über Twitter. Der Problogger hat ein tolles Video gemacht. Unbedingt ansehen.

* Ich werde nie, nie, nie Photo oder Philosophie mit „F“ schreiben. NIE!
** Shortened with bit.ly
*** Wink mit dem Zaunpfahl –> Do you follow me?

Weiterführende Literatur:
Twitter auf Wikipedia
Twitter FAQ
Twitter Commands