Montagsgedanken: Es gibt einen Cache und keiner geht hin.

„Cacheexplosion“, „Drecksdosen“, „Handycacher“, „iPhone-Caching“, „Newbie“, „Statistikcacher, „Petlingschleuder“ und „Micromüll“ sind nur einige der – wenig schmeichelhaften, aber zutreffenden – Umschreibungen für die Phänome der anhaltenden Cacheexplosion. Nun gut, dass bei 1,259,391 Geocaches weltweit (Stand: 24-12-2010) nicht nur Meisterwerke dabei sind, dürfte sich von selbst verstehen. Weitere pathologische Randerscheinungen der Ausbreitung unseres Hobbies auf den Mainstream kann man im Zweifel noch umgehen – mit ein paar einfachen Verhaltensweisen.

Auch kann man einfach eine gewisse Gleichgültigkeit an den Tag legen. Notifications habe ich sowieso schon lange abgestellt und die Ignoreliste füllt sich stetig. Toll wäre noch eine Funktion die kompletten Caches eines Owners automatisch auf die Ignoreliste zu setzen. Bei ein paar Kandidaten wäre das eine wirkliche Erleichterung.

Doch irgendwann treibt es einen dann raus zum Geocachen. Vorangegangen eine Umkreissuche durch das Einerlei und etwas – vermeintlich – hübsches gefunden. Ist es dann auch. Im Logbuch wundert man sich dann: 5-6 Logs bei einem vier Wochen alten Geocache. Dabei war der überhaupt nicht so schwer, kein verf… Mysteryrätsel und eigentlich wirklich ganz gut. Vielleicht sogar ein wenig old-school, wie es uns immer gut gefällt. In den Online-Logs findet man die Bestätigung, dass es der kleinen Gruppe von Vorbesuchern ebenso gut gefallen hat. Wieso zum Hacken waren hier so wenige Geocacher? Es ist auch kein Einzelfall, sondern kommt immer öfters vor.

Genauso verhält es sich mit neuen Caches. Natürlich gibt es die üblichen FTF-Jäger, die auch nachts um 3 Uhr noch an den örtlichen Müllcontainer-Geocache fahren. Aber die große Mehrheit kratzt es nicht wirklich und auch nach 2-3-4 Wochen sind die Fundzahlen übersichtlich.

Wieso ist das denn so? Die Antwort heißt vermutlich:

Wir haben es endlich geschafft!

Soviel Tupper wurde rausgeschmissen, dass man schier darin ersäuft. Keiner wird mehr Herr der Lage und die Perlen verstecken sich im sonstigen Geomüll. Und gibt es einen neuen Cache geht sowieso kaum noch einer hin, da der Einheitsbrei mehr abschreckt als lockt. Ein paar richtig gute Caches verzeichnen über persönliche Empfehlungen auch überregionale Besucher und bilden die einzige Ausnahme. In einigen verzweifelten Versuchen wird mit GC-Vote (zukünftig mit dem GC.com Favoritensystem) versucht dieses zu finden. Und der Rest? Bleibt einfach links liegen! Bei vielen dieser Dosen ist einfach nur fremdschämen angesagt.

Mut zur Archivierung ist gefragt. Oder einfach mal die Landkarte öffnen und schauen, ob ein paar Dosen weniger nicht die Geo-Landschaft attraktiver machen würden. Nicht OK ist, dass der Geomüll indirekt die Owner mit wenigen Besuchern abstraft, die sich noch Mühe machen. Und schön ist kein rausgeschmissener Petling.

Die große Frage ist nur, wie man den Belehrungsresistenten klar macht, dass ihre Caches einfach nur eine Qual für die Community sind. Eine winzige Hoffnung keimt zumindest in mir auf, dass ein Teil der Dollbohrer zu Opencaching.com wandert. Da würde sich dann Qualität der Plattform mit der Qualität der Caches vortrefflich verbinden.

Aber das Problem hat man woanders auch:

We have become long on quantity
but short on quality.
These are times of fast foods,
but slow digestion

(HH Dalai Lama)



In diesem Sinne: Alles wird gut!