Dead Drops – „Geocaching“ für Nerds

Seit einigen Wochen und Monaten wächst ein interessantes Projekt heran: Dead Drops. Dabei handelt es sich im Prinzip um ein offline File-Sharing-Netzwerk. Der Clou: Es werden USB-Sticks in Mauern, Pfosten und Gebäuden fest einzementiert, sog. „Drops“. Jeder kann die Daten dann mit einem (Net-)Book abrufen und mit anderen teilen – eine Art „Geocaching“ für Nerds. Gestartet wurde das Projekt vom Berliner Medienkünstler Aram Bartholl, der die ersten Dead Drops in NYC installiert hat, und es steht unter dem Motto: Uncloud your files in cement!

Dead Drops

Selbst beschreibt man das Projekt wie folgt:

Dead Drops’ is an anonymous, offline, peer to peer file-sharing network in public space. USB flash drives are embedded into walls, buildings and curbs accessable to anybody in public space. Everyone is invited to drop or find files on a dead drop. Plug your laptop to a wall, house or pole to share your favorite files and data.

Aktuell gibt es 184 Deaddrops mit einer Kapazität von 439 GB. In Deutschland gibt es knapp 30 Deaddrops, davon einer in Frankfurt, Darmstadt und Wiesbaden. Die Deaddrops werden leer installliert, nur bestückt mit einer Datei, die das Projekt erklärt. Dann kann jeder die Daten auf den Stick spielen, die er mit anderen teilen möchte.

Um den Deaddrop zu finden gibt es eine textliche Beschreibung und die Koordinaten. Der Frankfurter Dead Drop z.B. hat diese Informationen hinterlegt:

Name: c3f2m.de

Date Created: 2010-11-27

Address: Kleine Hochstrasse 5 , Frankfurt am Main Hessen, DE

Coordinates: 50.1151, 8.67399

Size: 1 GB

Where can you find our DeadDrop? You will easly find our DeadDrop on the right side of the entrance at the enlighted bill of fare. 😉

Who we are? CCC FFM (c3, f2, m) – Chaos Computer Club FFM Meet & Greet @ http://Club-Voltaire.de (eating, drinking, Internet) – Thursday ~19:30 – GPS: N 500653.5 84028 Chaos Treff Frankfurt am Main; normaly 1st floor; upstairs

Opencaching.us hat die Idee bereits aufgegriffen und in der US-Seite als „Dead Drop Caches“ mit integriert. Das schafft sicherlich in den USA einige Aufmerksamkeit und man kann die Listing Funktionalität von oc.us nutzen. Die Funktionen auf deaddrops.com sind nämlich stark eingeschränkt. Man darf gespannt sein, ob es die Drops auch auf in Deutschland genutzte Listingseiten schafft. Ich denke aber die Geocaching.com Guidelines werden das zu verhindern wissen.

Wer selbst einen Dead Drop ins Leben rufen will, erhält dazu hier eine Installationsanleitung.  Als Geocacher fragt man sich natürlich nach der Haltbarkeit von einem USB-Stick in der freien Natur/Stadt. Aber anscheinend funktioniert das ganz gut. Aber es schadet bestimmt nicht wenn man es unter einem Dach oder Vorsprung festzementiert.

Hört sich auf jeden Fall sehr spannend an und die Entwicklung ist beobachtungswert. Lassen wir mal die Gedanken zu Viren, Malware etc. dabei mal aussen vor. Die armen Muggel tun mir jetzt schon leid wenn Freaks mit dem Notebook an der Hauswand kleben. Der Frankfurter Deaddrop wird natürlich Besuch von mir bekommen. Dann berichte ich weiter.

Weiterführende Links: