Patagonia Ultralight Down Hoody im Test

Das Zwiebelprinzip ist vielfach geschätzt – zu Recht. Die Fragen dahinter sind auch immer dieselben: Wieviele und welche Zwiebelschalen nehme ich mit? Und was ziehe ich wann an, inbesonders bei schweisstreibenden Aktivitäten in kühler/kalter Witterung, z.B. auf Skitouren und beim Klettern? Vom Prinzip her einfach, kann einen das Zwiebelprinzip auch mal in den Wahnsinn treiben. Vor allem wenn das Wetter wechselhaft ist.

Ein Puzzleteil fehlte mir bisher immer: eine ultraleichte Daunenjacke. Sie sollte unter der Hardshell als mittlere Schicht über der Funktionswäsche und einer leichten zweiten Schicht (Fleece / Polartec / Merino) getragen werden. Und bei kühlen Temperaturen auch als einzige Jacke. Bisher hatte ich ein u.a. ein TNF Thunder Jacket in Besitz. Unter der Hardshell ließ mich diese Daunenjacke doch sehr nach Michelin-Männchen aussehen und die Bewegungsfreiheit war eingeschränkt. Außerdem fehlt dem Thunder Jacket eine Kapuze und eine solche kann sehr angenehm sein bei Pausen nach einem Aufstieg, abends im/vor dem Zelt oder als Sicherungsjacke. Bei alpinen Unternehmungen hat ein extra Wärmepolster auch noch nie geschadet (z.B. bei einem Wetterwechsel), gleichzeitig muss aber auch das Rucksackgewicht im Auge gehalten werden.

Passend dazu fand das neue Patagonia Ultralight Down Hoody seinen Weg in das Jeeper Headquarter. Die Jacke besteht aus europäischer 800er Füllkraft (auch „Bauschkraft“, „Fill Power“) Gänsedaune und die Außenschicht ist aus leichtem Ripstop Nylon. Sie hat einen sehr schlanken Schnitt, liegt relativ eng an und kann extrem klein verpackt werden. Auf den ersten Blick scheint die Jacke die Lösung für mein Problem zu sein.

Patagonia Ultralight Down Hoody

Die wichtigsten Daten

  • Daunenjacke mit europäischer Gänsedaune und 800er-Füllkraft
  • Leichtes daunendichtes Nylongewebe (27-g, 10-Denier 100% Ripstop-Nylon)
  • Deluge DWR (Durable Water Repellent) wasserabweisende Imprägnierung
  • Variable Kammerkonstruktion und enge Kanäle sorgen für gute Wärmeleistung und Vermeidung von Kältebrücken
  • Schlankes Profil
  • Zwei RV-Seitentaschen, eine RV-Brusttasche links, durchgehender Front-RV
  • Kordelzug am Saum zur Verhinderung von Wärmeverlust
  • Verstellbare Kapuze
  • Mitgelieferter Packbeutel
  • Gewicht: 264gr (Herstellerangabe), unsere Messung (Größe L) 275gr.
  • Preis: 299,- Euro (Kaufen bei Bergfreunde.de, Affiliate Link)
  • Farben: Black, Deep-Mango (Mittelbraun), Fennel (Mittelgrün)

Die Patagonia Ultralight Down Hoody ist auch als Damenversion erhältlich.

Die Video-Kurzvorstellung

Die Beschichtung

Die von Patagonia entwickelte, dauerhaft Wasser abweisende Imprägnierung Deluge DWR soll deutlich länger halten als andere Imprägnierungen auf dem Markt (auch nach jahrelandem Tragen). Diese Faserbehandlung sorgt für einen lange anhaltenden Abperleffekt und schützt so die wärmende Isolationsschicht (sprich: Daune) vor Feuchtigkeit.

Zumindest die ersten Erfahrungen lassen erwarten, dass dies zutreffend ist. Wasser perlt ab wie auf einer Hardshell und konnte bei unserem Test auch einige kräftiger Schauer erfolgreich abwehren. Gut, denn ich möchte nicht bei jeder Laune der Natur sofort die Hardshell aus dem Rucksack holen. Der Langzeittest wird den Rest zeigen.
Abperleffekt bei der DWR Beschichtung

Die Größen

Erhältlich ist die Herrenversion in S-XXL. Meine Jacke hat die Größe „L“. Die Jacke fällt normal aus und die Größentabelle von Patagonia trifft völlig zu.

Groessentabelle Patagonia Männer

(Klick für Großansicht, Quelle: Patagonia)

 

Der Praxistext

Wir haben die Patagonia Daunenjacke in den letzten Wochen bei vielen Aktivitäten getestet. Schnell wurde sie auch das Lieblingsstück in der Gardarobe, inbesonders bei den jetzt kälteren Temperaturen zum Winteranfang. Beim Klettern, Geocaching, Hiking und auch im Alltag war sie immer dabei.

Patagonia Ultralight Down Hoody im Praxistest

Obwohl sehr dünn, hält sie erstaunlich warm. Beim ersten Tragen wollte ich das zunächst nicht glauben, weil sie so einen schlanken Schnitt hat und prompt war ich zu warm angezogen. Bei Temperaturen von 0-5 Grad reicht ein (lang-)ärmeliges Funktionsshirt und ein Baselayer unter der Daunenjacke völlig aus. Wenn man diesen Hauch von „Nichts“ zum ersten Mal sieht, glaubt man es aber nicht. Von daher ist die Patagonia im unteren einstelligen Bereich als „Allzweckwaffe“ gut geeignet.

Die Kapuze lässt sich durch einen Kordelzug am Hinterkopf regulieren. Dadurch ist die Patagonia (Berg)helmtauglich. Nur bei meinem – etwas größeren Skihelm – hatte ich leichte Probleme, da bei Kopfbewegungen sich die Jacke am Rumpf nach oben gezogen hat. Beim Berghelm war das nicht der Fall. Allerdings macht die Kapuze keine Drehbewegungen mit wenn der Kragen ganz geschlossen ist. Zudem raschelt der Nylonüberzug sehr laut um die Ohren. Auch ein längerer Bartwuchs sorgt für eine gewissene Geräuschkulisse. Klingt komisch, ist aber so.

Durch den schlanken Schnitt und die „Dünne“ der Jacke wird man nicht zum Michelin-Männchen. Auch ist die Bewegungsfreiheit sehr gut. Sie passt gut unter meine Hardshell. Nur bei meiner Mammut Olymp Kapuzen-Softshell gab es leichte Anzeichen von Presswurst. Unter meiner Salamon Skijacke ist auch alles gut. Außerdem kann man dünne – technisch geschnittene – Softshells ohne Kapuze auch gut unter der Daunenjacke anziehen.

Von der Länge ist sie perfekt. Sie ist lang genug, damit sie Teile des Hecks warm hält. Aber nicht zu lang, daß sie ständig unter der Isolationsjacke hervor lugt. Außerdem kann man sie sowohl unter als auch über einem Klettergurt tragen. Bei einer weiter geschnitten Aussenjacke muss man die Jacke nur wenig zuziehen über den Kordelzug. Dabei staucht sie nur wenig im Brustbereich.

Patagonia Ultralight Down Hoody

Die Passform des Kragens ist sehr gut. Wenn man den Kragen zumacht, ist alles dicht. Man fühlt sich aber nicht eingeschlossen und es reibt auch nichts. Außerdem habe ich es nicht geschafft mir das Kinn oder Teile des Barts im RV zu klemmen. Was etwas heißt, denn darin bin ich Experte mit Spezialausbildung. Die elastischen Bündchen an den Ärmel umschliessen die Arme gut ohne zur drücken. Alle RV’s sind mit Kordelzug verlängert und lassen sich wie die Kapuzen- und Saumregulierung gut mit Handschuhen bedienen.

Das Nylon-Aussenmaterial macht einen guten und soliden Eindruck. Ich konnte keine Schäden verzeichnen. Aber natürlich ist die Jacke nichts für einen schweren Rucksack oder längeren Tragens unter einem Klettergurt. Auch Unterholz (Äste, Zweige etc.) ist prinzipiell gefährdendes Gebiet. Trotz DWR-Beschichtung wird natürlich ein mehrstündiger Marsch im Regen kein Vergnügen sein. Das liegt aber in der Natur der Sache einer Daunenjacke. Aber dafür gibt es ja die Hardshell. Nur kommt diese nun im Winter weniger zum Einsatz.

Im letzten Winter haben sich Kollegen von mir in Meetings damit beschäftigt die verlorenen Daunen aus dem TNF Thunder Jacket von meinem Pulli oder Hemd zu sammeln. Und mein Auto sah manchmal aus wie ein Gänsestall. Bei der Patagonia konnte ich keinerlei Verlust erkennen. Herrlich – zumindest für mich. Meine Kollegen müssen sich nun einen neuen Zeitvertreib suchen.

Das Einwickeln in den Packbeutel geht erstaunlich schnell und gut. Sie wird wie ein Schlafsack einfach in den Beutel gestopft. Übrig bleibt nur ein Beutel von der Größe eines Nutellaglases. Nur nicht so schwer.

Das Fazit

Das Ultralight Down Hoody wird eines meiner Lieblingsteile. Genau was ich noch gebraucht habe um das Zwiebelprinzip auch bei kühlerer Witterung und anstrengenden Aktivitäten umsetzen zu können. Und endlich eine Kapuze, wenn auch mit Geräuschkulisse. Die Wärmeleistung ist absolut top und die Passform gut. Durch das niedrige Gewicht und Packvolumen kann man sie auch bedenkenlos noch in den Rucksack packen.

Die Links

Patagonia Ultralight Down Hoddy bei Bergfreunde.de (Affiliate Link)
Patagonia Ultralight Down Hoddy bei Patagonia: Herrenversion + Damenversion
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