Via Ferrata de la Croix de Toulouse

Neben den vielen anderen Touren, die wir im Queyras und im Bardonecchiatal gemacht haben – unter anderem auch Offroad und Raften – war der Klettersteig Via Ferrata de la Croix de Toulouse (mit Geocache natürlich) eins der Highlights.

Via Ferrata de la Croix de Toulouse

Man parkt in Briançon auf dem grossen Parkplatz „Champ de Mars“ an der Route d’Italie oberhalb des Château Vauban. Zwischen zwei Restaurants geht der ausgeschilderte Weg zum Klettersteig hoch. Linker Hand steht ein Brunnen, der uns nach dem Abstieg gute Dienste geleistet hat.

Nach etwa 200 m kommt man an eine Abzweigung mit kleiner Parkmöglichkeit, zum KS biegt man rechts ab. Wenn man das PLAKATWANDGROSSE Hinweisschild auch beachtet, dann erspart man sich u.U. 45 Minuten Aufsteig, nur um dann am Einstieg festzustellen, dass der Steig wegen Wartungsarbeiten die nächsten zwei Tage geschlossen ist. *hust* Also bitte unbedingt beachten.

Nachdem man am Schild rechts abgebogen ist, geht es gleich die nächste wieder links. Der Weg ist gut gekennzeichnet. Man steigt etwa 45 Minuten durch teils noch bewaldetes Gebiet auf zum Einstieg. Besonders im Sommer ist das hilfreich. Da der Klettersteig ausnahmslos südexponiert ist, ist es gut, wenn einen nicht schon beim Zustieg der Hitzetod ereilt.

Via Ferrata de la Croix de Toulouse

Auch schön ist sicher, wenn man keine endlos-ohne-Punkt-und-Komma-schnackenden Ferratisti hinter sich hat, denen man völlig entnervt den Vortritt lässt, nur um endlich Ruhe zu haben. Zu meinem grossen Verdruss wars natürlich eine Frau. Seufz.

Nach kurzer Trinkpause und einbinden geht es los. Ich hatte es glaube ich schon einmal an anderer Stelle erwähnt- die Machart der Klettersteige in den Westalpen gefällt mir ausgesprochen gut. Das Drahtseil dient wirklich nur dazu, die Sicherung mitlaufen zulassen, geklettert wird am Fels oder an den Eisenteilen. Nicht so ein elendigliches Seilgezerre wie an vielen anderen Sportklettersteigen der Alpen. Sehr sehr schön.

Via Ferrata de la Croix de Toulouse

Es bieten sich vom Klettersteig fantastische Tiefblicke nach Briançon und in die fünf Täler, die in der Stadt zusammenlaufen. Ein paar Bergdohlen und sonstige Bergbewohner zeigen sich sicher auch während des Aufstiegs.

Via Ferrata de la Croix de Toulouse

So geht es über gesamt ca. 400hm im Grad C-D (Hüsler K3) immer weiter dem Gipfel (und natürlich auch dem Cache) auf 1976m entgegen, übrigens ohne Notausstieg.

Bei den Schwierigkeitseinstufungen empfiehlt es sich m.E die Hüsler-Skala und seine Beschreibungen zu beachten. Ein D ist nicht gleich ein D. Valtournenche und Monte Albano sind beide D und doch Welten voneinander entfernt. Nach meiner Erfahrung ist die Beschreibung von Eugen Hüsler am brauchbarsten. Der Klettersteig hat zwei Teile, in etwa der Hälfte der Strecke kommt eine Stelle an der man sich ausbinden und unter Bäumen Pause machen kann. Dort ist auch der KS-Cache. Mpoup sei Dank ist die Gegend mit schönen Caches versehen, die zu unserem Leidwesen manchmal einfach zu gut getarnt sind. Dieser hier konnte sich aber dann doch nicht mehr verstecken. Zu unserer grossen Freude war es auch noch ein FTF- unglaublich. Nicht der einzige in dem Urlaub übrigens, wir hatten wirklich Glück.

Via Ferrata de la Croix de Toulouse

Dann gibt es noch ein paar kleine Highlights, wie „LePas“ und eine Hängebrücke. Allerdings keine Tibetbrücke, sondern eine ordentliche Hängebrücke mit richtigen „Bohlen“.

Obwohl wir relativ angenehme Temperaturen unter 30 Grad hatten, war ich doch ganz dankbar für die netten Pausenplätze unter Bäumen. Bin ja nicht so der südländische Typ. Auch die Gegend um den Cache bietet etwas Schatten. Da oder obwohl wir wegen meiner Hitzeinkompatibilität häufiger mal ein Trinkpäuschen machen mussten, brauchten wir etwas länger für den Klettersteig. Hüsler gibt inkl. Auf-und Abstieg 3,5h an. Wir haben allerdings schon ein Weilchen nach dem Cache gesucht.

Via Ferrata de la Croix de Toulouse

Oben wartet eine „table d’orientation“, damit man den tollen Ausblick auch einordnen kann, und dann noch ein Cache am Funkmast. Wir kamen noch mit Urlaubern aus Québec ins Gespräch, die beeindruckt die Direttisima nach unten beäugten, wo wir hergekommen waren. Der Abstieg erfolgt über den Wanderweg am Kastell vorbei, den man auch als alternativen Aufstieg nehmen kann. Auf dem Rückweg liegt übrigens auch noch ein Cache, allerdings mal wieder einer der zu gut getarnten Sorte :(.

Alles in Allem ein sehr zu empfehlender Klettersteig ohne nennenswerte Schwierigkeiten, mit super Tief- und Fernblicken und einem schönen Cache noch dazu. Top! Das Wiederkommen hat sich gelohnt.

 

Geocaches um den Klettersteig:

Traditional Cache VIA FERRATA DE LA CROIX DE TOULOUSE by Mpoup | GC2G9R8 (2/4,5)

Traditional Cache CROIX DE TOULOUSE by Mpoup | GC2G9KG (2/2)

Traditional Cache LES SALETTES by Mpoup | GC2G07A (3/2)

Geocache Tipp in der Nähe vom gleichen Owner: Le Pont des Soupirs (4/5), hier braucht man viel Geduld und Nerven!

Schwierigkeit: K3, C/D – Öffnungszeiten: April bis Oktober,

Topo-Karte: IGN TOP 25 3536OT Briançon

 

Bildergallerie Croix de Toulouse

Weitere Informationen:

Klettersteig.de

LaViaFerrata.net