Rocciamelone – gut und günstig auf den höchsten Wallfahrtsberg Europas

Schon lange steckte uns der Rocciamelone in der Nase. Auf unseren Offroadtouren fuhren wir jahrelang immer an seinem Fuß vorbei und schauten hinauf. Der Rocciamelone  liegt am Südrand der Grajischen Alpen und überragt die Stadt Susa um etwa satte 3000 Meter. Dadurch galt er lange Zeit als höchster Berg der Alpen. Am Gipfel steht heute eine Marienstatue und eine Kapelle (mit Biwakraum), die höchstgelegene der Alpen. Trotz seiner Höhe von 3538m ist er im Sommer mittlerweile stressfrei ohne Eis und Schnee zu erwandern. Bei einer unserer letzten Touren auf den Chaberton hatten wir den Rocciamelone schon im wahrsten Sinne des Wortes im Visier und in diesem Jahr war es einer der Toppunkte auf unserer Agenda.

Wir wählten eine entspannte Variane für Auf- und Abstieg. Natürlich kann man alles in einem Tag machen. Muss man aber nicht. Man kann es gemütlich machen und am Gipfel noch stundenlang das 360° Panorama der Westalpen genießen. Allen anderen sei das Red Bull K3 Skyrace empfohlen.

Um den Wochenendtrubel zu entgehen, sind wir Sonntag Abend zum Rifugio Cà d`Asti auf 2854m aufgestiegen. Man erreicht es von einem Wanderparkplatz ca. 20min unterhalb vom Rifugio La Riposa (siehe Karte). Letzteres ist wegen Renovierung in 2016 geschlossen.

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Die Anzahl der absteigenden Bergsteiger ließ uns nur erahnen welcher Trubel hier an einem schönen Sonntag Nachmittag herrscht. Das Rifugio ist sehr rustikal – neudeutsch basic facilities – und wird von zwei jungen tiefenenspannten Typen als klassischer Männerhaushalt geführt. Aber die beiden sind total nett. Das Kochen haben sie nicht erfunden. Der Blick vom Rifugio ist auf den Fall sensationell.

Rifigio Cà d'Asti

Wann kann man schon den Monviso aus dem Schlafzimmer sehen:

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Besser jedenfalls als der Blick in das 3-stöckige Bettenlager mit Hohlblocksteinen:

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Über das Frühstück decken wir den Mantel des Schweigens. Note to self: Müsli einpacken. Dann ging es früh unter strenger Beobachtung von Steinböcken zum Gipfel. Vom Rifugio sind es knapp 700hm. Anfänglich läuft es immer ganz gut, zum Ende hin merkt man ein wenig die Höhe. Der letzte Gipfelaufschwung ist mit Seilen versichert, aber es ist kein Klettersteigset o.ä. erforderlich. Nur ein paar Wanderstöcke leisten gute Dienste.

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Schneller als gedacht standen wir am Gipfel und das Panorama hat uns schier umgehauen. Es gab die obligatorischen Gipfelphotos und wir suchten den örtlichen Geocache.

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Dann genehmigten wir uns eine Brotzeit und genossen noch eine Weile das Panorama. Dieses reicht von Turin, über Monte Rosa, Walliser Alpen, Mont Blanc, Ecrins-Massiv bis zu den Seealpen. Hammer! Augenkrebs!

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Ein Erklärbär kann bei diesem Überangebot an Gipfeln schon hilfreich sein.

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Und immer wenn Du denkst besser kann es nicht werden, kommt ein älterer weißhaariger Herr mit einem MTB auf dem Rücken auf einen Berg mit über 3500m Seehöhe. Und er ist den versicherten Steig (!) mit dem Fahrrad runtergefahren. Kudos!

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Am Gipfel gibt es übrigens auch ein sehr ordentliches Biwak. Durchaus eine Alternative.

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Vom Gipfel sind wir in einem Stück bis zum Wanderparkplatz zurück und dann in Susa in der Eisdiele eingekehrt. Immer den Rocciamelone über 3000m über uns im Blick. Ein tolles Erlebnis auf einem grandiosen Berg. Wir kommen einfach nicht aus dem Schwärmen heraus.

P.S.: Die Wallfahrt zur Madonna della Neve findet jedes Jahr am 5. August statt. Zu diesem Zweck wird von den Wallfahrern ein Sack Sand auf den Gipfel getragen. Wir waren zwei Wochen vorher auf dem Gipfel und konnten daher auf den Sandsack verzichten.

 

 

Kartenansicht/Überblick:

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Geocaching:

Unbenannt

Auf dem Weg zum Wanderparkplatz gibt es noch ein paar Dosen rechts und links des Weges, die wir aber nicht alle gemacht haben.

GPX Tracks:

Tag 1 GPX Track – Wanderparkplatz unterhalb von La Riposa zum Rifugio Cà d’Asti:

Tag 2 GPX Track – Rifugio Cà d’Asti zum Gipfel und ganz runter zum Ausgangspunkt