Aiguille Dibona – die coole Felsnadel im Ecrins

Es gibt diese Momente: Man sieht ein Bild eine Berges und ist sofort fasziniert. Ein solches Bild ist dieses hier:

La Dib

Durch die Veröffentlichung eines Geocaches bin ich auf die Aiguille Dibona (kurz La Dib‘) aufmerksam geworden. Als bekennender Fan des Ecrins-Massiv und des Briançonnais habe ich die neuen Geocaches in der Region unter „besonderer Beobachtung“. Und bei diesem Geocachebesitzer Mpoup werde ich sowieso immer aufmerksam. 🙂

Geocache La Dib' GC4K58D

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Die spitze Felsnadel mit einer Höhe von 3130m befindet sich tief im Ecrins-Massiv und ist von den meisten Tälern rundum nicht zu sehen. Das dürfte auch der Grund sein, warum dieser Berg so unbekannt ist und vergleichsweise wenige Besteigungen erfährt. Das wird ihm aber nicht gerecht. Zumal viele berühmte Bergsteiger schon von La Dib schwärmten:

Cette extraordinaire aiguille, qui jaillit comme un cri au coeur d’un désert de pierres, est là pour faire rêver, image de folie, et pour être admirée durant la longue montée au refuge. Puis pour être gravie.

This extraordinary needle, gushing like a cry in the middle of a desert of stones, is there to make a dream, a crazy image, and to be admired during the long climb to the refuge. Then to be climbed.

Gaston Rébuffat, Le massif des ÉcrinsLes 100 plus belles courses

Auch Walter Pause hat die Aiguille Dibona in seinem Klassiker „Im leichten Fels“ schon empfohlen.

Ein Jahr später war es dann soweit. Wir verbrachten den Urlaub in/um Briançon und hatten uns Zeit für die Dibona reserviert. Bei den 300 Sonnenscheintagen in der Gegend mussten wir auch nicht auf ein Schönwetterfenster warten. Auch wenn die Dibona nur wenige Kilometer Luftline von Briancon entfernt ist, dauert die Anfahrt schon etwas länger. Ausgangspunkt für den Zustieg ist Saint-Christophe-en-Oisans, die kleine Hauptsiedlung in der Gemeinde am oberen Vénéon, die nur wenig östlich vom berühmten Skigebiet „Les 2 Alpes“ liegt. Zum Parkplatz sind wir mit dem Owner gefahren. Marc hatte uns auch auf der Tour begleitet.

Von dort wanderten wir am späten Nachmittag zum Refuge Sorreiller, um dort die Nacht zu verbringen. Das Refuge war in Renovierung. Daher waren die Verhältnisse etwas beengt und man saß quasi in einer Baustelle. Dazu kam ein penetranter Farbgeruch. Wir wähnten uns in Lebensgefahr. Der Abend wurde dann aber trotzdem sehr unterhaltsam. Am nächsten Morgen „genossen“ wir das „reichhaltige“ Zwieback-Frühstück mit gefärbtem Wasser. Man kann zwischen den Zeilen erkennen, daß wir keine Fans des Refuge mehr werden.

Durch die Übernachtung mussten wir uns nicht stressen und warteten am nächsten Morgen bis die Sonne auf den Fels schien- es war doch recht zapfig gewesen in der Nacht. Wir hatten uns eine Kombination von mehreren klassischen Routen ausgesucht und so ging es auf der Berthet-Boell-Stofer Route zum Gipfel. Nach 13 Seillängen und ca. 5 1/2h waren  wir oben angelangt. Wir waren fast alleine und der Ausblick in das Ecrins-Massiv bei strahlender Septembersonne war einfach sensationell. Aber auch das Geocaching-Business wollte am Gipfel noch erledigt werden. Dank der Anwesenheit des Owners haben wir uns dann auch nicht in diesem Labyrinth von Routen verklettert. Hier muss man wirklich sehr gut achtgeben. Abstecher von den klassischen Routen in moderaten Schwierigkeitsstufen können einen vorwitzigen Kletterer schnell in Huberbuam-Gebiet führen.

Über den Normalweg seilten wir ab und waren nach kurzer Zeit schon wieder am Refuge. Hier gab es noch eine Trinkpause und wir sammelten unsere Übernachtungssachen ein. Der Abstieg nach Les Étages war dann nur noch Formsache und wir hatten an diesem Spätsommernachmittag großartiges Licht für einige tolle Photos.

Fazit: Die coole Felsnadel hält was ihr Anblick verspricht. Unbedingt machen.

 

Photogalerie (Klick mich)

Photogallerie Aiguille Dibona

 

 

Informationen und Links

 

Kletterführer:

Online-Topos:

 

Karten:

 

Hütte:

Refuge du Soreiller: Web, Facebook
Talort: Les étages – Saint-Christophe-en-Oisans, Zustieg: ca. 2,5-3h

 

Material:

Komplette Alpinausrüstung, 60 m (Doppel-)Seil, ggf. weiteres Sicherungsmaterial (Friends, Keile etc.) gemäß Topo.

 

Links: